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ANNA HALPRIN BIOGRAFIE

Seit Ende der 1930er ist der Tanz ein wichtiges Element der vielseitigen Karriere Anna Halprins. Immer wieder hat sie revolutionäre Richtungen für diese Kunstform entwickelt und dabei andere Choreografen dazu inspiriert, den modernen Tanz in neue Dimensionen zu führen. Für James Roose-Evans, Autor von «Experimental Theatre», zählt sie zu den wichtigsten Theaterkünstlern des 20. Jahrhunderts.

1955 gründete Anna Halprin den bahnbrechenden San Francisco Dancer's Workshop und 1978 gemeinsam mit ihrer Tochter Daria Halprin das Tamalpa Institute. Einige ihrer Schüler sind Meredith Monk, Trisha Brown, Yvonne Rainer, Simone Forti, Ruth Emmerson und Sally Gross, von denen sich verschiedene in der progressiven und experimentellen Judson Church Group engagieren. Im Laufe der Jahre hat ihr berühmter Tanzboden unter freiem Himmel zahlreichen Tänzern und Choreografen als experimentelle Heimat gedient:  Merce Cunningham, Eiko & Koma und Min Tanaka, Komponisten wie John Cage, Luciano Berio, Terry Riley, LeMonte Young und Morton Subotnick; visuellen Künstlern wie Robert Morris und Robert Whiteman, Dichtern wie Richard Brautigan, James Broughton und Michael McClure und zahllosen anderen.

Halprin zählt zu den frühen Pionieren der Expressive Arts-Heilungsbewegung. Sie hat zahllose kollaborative Tanzprogramme mit unheilbar kranken Patienten durchgeführt und ist seit langem davon überzeugt, dass eine Verbindung zwischen der Bewegung und der Heilkraft des Tanzes besteht. Neben dem Tanz sowie Innovationen am Theater hat Halprin sich außerdem zahlreichen sozialen Themen gewidmet. In den letzten zehn Jahren hat sie mit «Circle the Earth» ein zeitgenössisches Tanzritual in den Gemeinden geleitet, mit dem reale Themen angesprochen werden, denen sich die teilnehmenden Gemeinden auf der ganzen Welt gegenübersehen. Ihr «Planetary Dance: A Prayer for Peace», ein Gebet um Frieden zwischen den verschiedenen Völkern und der Erde, wurde in Berlin bei einer Veranstaltung anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Potsdamer Vertrags, der den Zweiten Weltkrieg beendete, unter Mitwirkung von 400 Teilnehmern aufgeführt. 1995 wurde sie von Michael Gorbatschow gebeten, eine „Beschwörung“ beim State of the World Forum in Kalifornien aufzuführen.

Anna Halprin hat neue Richtungen für den Tanz gefunden und ist diesen Pfaden mutig in unbekannte Gebiete gefolgt, stets dazu bereit, ihre Arbeit dem jeweiligen Moment anzupassen - eine Philosophie, die zu einer umfassenden Neudefinition des Tanzes geführt hat.

Sie hat 150 komplette Tanzwerke für das Theater geschaffen, die ausführlich auf Fotos, in Büchern und auf Film dokumentiert sind. Sie hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, einschließlich einer Auszeichnung für ihr Lebenswerk als Choreografin vom American Dance Festival. Sie hat drei Bücher geschrieben, Videos über ihre Arbeit veröffentlicht und zahlreiche Ehrungen von der Nationalen Kunststiftung der USA, der Guggenheim Foundation, der American Dance Guild und vielen anderen verliehen bekommen. 1997 wurde Anna vom American Dance Festival mit dem Samuel H. Scripps Award for Lifetime Achievement in Modern Dance ausgezeichnet. Die Dance Heritage Coalition hat Anna Halprin in die illustre Riege der «America’s Irreplaceable Dance Treasures» aufgenommen.

Halprin setzt ihre revolutionäre Arbeit bei der Erkundung der Schönheit des alternden Körpers und seiner Beziehung zur Natur fort. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählt das preisgekrönte Video «Returning Home». Im September 2004 führte sie das konfrontative «Intensive Care: Reflections on Death and Dying» beim Festival D’Automne in Paris auf. 2005 entwickelte Anna die von Ruedi Gerber auf Film festgehaltene Performance «Seniors Rocking». 2006 zeigte das Museum of Contemporary Art eine umfassende Ausstellung über ihr Lebenswerk. 2009 feierte Ruedi Gerbers Dokumentarfilm über Anna Halprins Leben und Arbeit «Breath Made Visible» Premiere und wurde (und wird) seither auf der ganzen Welt gezeigt. Ebenfalls zeigte Anna Halprin im Stern Grove in San Francisco «Spirit of Place», eine Hommage an Lawrence Halprin für sein Geschenk an die Stadt.
Im Mai 2011 präsentierte sie «Songs of Songs», den ersten Teil der Trilogie namens «Remembering Lawrence» in ihrem Mountain Home Studio in Kentfield, Kalifornien.
Im Alter von über 90 Jahren tritt sie weiter auf, reist und unterrichtet mit Leidenschaft. Anna kostet jeden Augenblick ihres Lebens aus, getreu ihres Mottos „Altern ist wie eine Erleuchtung mit vorgehaltener Pistole“.

DIE DARSTELLER (IN DER REIHENFOLGE IHRES AUFTRITTS)
Anna Halprin, Jim Glyer, Verna L. Bynum, Ann Early, Doris I. Crittenden, Dorothy, Ida VSW Red, Fred Jackson, Patricia Garfield, Brian Hand (Trommel, Flöte), Lawrence Halprin, Alice L. Bachelder, Judi Wilson, Gracie Stover, Evelyn Magee, Dorothea Betts, Billy Cauley (Trommel) und alle TeilnehmerInnen, DarstellerInnen und LeiterInnen der Redwoods Community of Seniors und des Seniors Sunshine Club in Marin City, Kalifornien.

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